Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

§ 505 BGBGeduldete Überziehung

Buch 2: Recht der Schuldverhältnisse › Abschnitt 8: Einzelne Schuldverhältnisse › Titel 3: Darlehensvertrag; Finanzierungshilfen und Ratenlieferungsverträge zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher › Untertitel 1: Darlehensvertrag › Kapitel 2: Besondere Vorschriften für Verbraucherdarlehensverträge

Gesetz: BGBStand der Fassung: 18.08.2026Quelle: gesetze-im-internet.de
Gesetzestext § 505 BGB (amtliche Fassung)

(1) Vereinbart ein Unternehmer in einem Vertrag mit einem Verbraucher über ein laufendes Konto ohne eingeräumte Überziehungsmöglichkeit ein Entgelt für den Fall, dass er eine Überziehung des Kontos duldet, müssen in diesem Vertrag die Angaben nach Artikel 247 § 17 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche auf einem dauerhaften Datenträger enthalten sein und dem Verbraucher in regelmäßigen Zeitabständen auf einem dauerhaften Datenträger mitgeteilt werden. Satz 1 gilt entsprechend, wenn ein Darlehensgeber mit einem Darlehensnehmer in einem Vertrag über ein laufendes Konto mit eingeräumter Überziehungsmöglichkeit ein Entgelt für den Fall vereinbart, dass er eine Überziehung des Kontos über die vertraglich bestimmte Höhe hinaus duldet.

(2) Kommt es im Fall des Absatzes 1 zu einer erheblichen Überziehung von mehr als einem Monat, unterrichtet der Darlehensgeber den Darlehensnehmer unverzüglich auf einem dauerhaften Datenträger über die sich aus Artikel 247 § 17 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche ergebenden Einzelheiten. Wenn es im Fall des Absatzes 1 zu einer ununterbrochenen Überziehung von mehr als drei Monaten gekommen ist und der durchschnittliche Überziehungsbetrag die Hälfte des durchschnittlichen monatlichen Geldeingangs innerhalb der letzten drei Monate auf diesem Konto übersteigt, so gilt § 504a entsprechend. Wenn der Rechnungsabschluss für das laufende Konto vierteljährlich erfolgt, ist der maßgebliche Zeitpunkt für das Vorliegen der Voraussetzungen nach Satz 1 der jeweilige Rechnungsabschluss.

(3) Verstößt der Unternehmer gegen Absatz 1 oder Absatz 2, kann der Darlehensgeber über die Rückzahlung des Darlehens hinaus Kosten und Zinsen nicht verlangen.

(4) Die §§ 491a bis 496 und 499 bis 502 sind auf Allgemein-Verbraucherdarlehensverträge, die unter den in Absatz 1 genannten Voraussetzungen zustande kommen, nicht anzuwenden.

Amtliche Quelle: Bürgerliches Gesetzbuch, § 505, Neuf: Neugefasst durch Bek. v. 2.1.2002 I 42, 2909; 2003, 738; | Stand: zuletzt…, abgerufen über gesetze-im-internet.de.

So zitierst du diese Norm
§ 505 BGB  ·  Absatz/Satz anfügen: § 505 Abs. 1 S. 1 BGB

Weitere Normen in „Kapitel 2: Besondere Vorschriften für Verbraucherdarlehensverträge“

  • § 491 BGB Verbraucherdarlehensvertrag
  • § 491a BGB Vorvertragliche Informationspflichten bei Verbraucherdarlehensverträgen
  • § 492 BGB Schriftform, Vertragsinhalt
  • § 492a BGB Kopplungsgeschäfte
  • § 492b BGB Zulässige Kopplungsgeschäfte
  • § 493 BGB Informationen während des Vertragsverhältnisses
  • § 494 BGB Rechtsfolgen von Formmängeln
  • § 495 BGB Widerrufsrecht; Bedenkzeit
  • § 496 BGB Einwendungsverzicht, Wechsel- und Scheckverbot
  • § 497 BGB Verzug des Darlehensnehmers
  • § 498 BGB Gesamtfälligstellung bei Teilzahlungsdarlehen
  • § 499 BGB Kündigungsrecht des Darlehensgebers; Leistungsverweigerung
  • § 500 BGB Kündigungsrecht des Darlehensnehmers; vorzeitige Rückzahlung
  • § 501 BGB Kostenermäßigung bei vorzeitiger Rückzahlung und bei Kündigung

Alle Paragraphen des BGB →

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